METAL

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METAL (Machine evaluation and translation of natural language) war der Name eines Systems zur Maschinellen Übersetzung (MÜ). Entwickelt wurde es in den Sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts an der University of Texas in Austin. Die Firma Siemens-Nixdorf kaufte METAL 1986 und entwickelte es weiter. Sein Haupteinsatzgebiet war die Übersetzung technischer Dokumente.

Funktionsweise

Die Arbeitsschritte des Systems umfassten Analyse, Transfer und Synthese.

METAL war eines der ersten Systeme, die komplette Sätze analysierten, bevor diese in die Zielsprache übersetzt wurden. D.h. die klassische Wort-für-Wort-Übersetzung fand nicht statt. Es war so möglich, einzelne Satzglieder (bspw. Subjekte und Objekte) zu erkennen. Erst wenn jedem Wort eine Funktion zugesprochen worden war, wurde der Satz übersetzt. Auch nicht grammatische Informationen, wie Personennamen und Telefon- und Datumsangaben wurden grundsätzlich vom System erkannt. Das bis heute aber nicht gelöste Problem besteht in der Mehrdeutigkeit von Sprache. Auch METAL konnte semantische Ambiguitäten wie Bank (Geldinstitut) vs. Bank (Sitzgelegenheit) nicht lösen.

Weiterentwicklung

Die Gesellschaft für Multilinguale Systeme mbH (GMS) (heute: SAIL LABS) entwickelte das System weiter und integrierte es unter dem Namen T1 in eine Übersetzungssoftware, die heute (Stand: Mai 2011) in der Version 7.0 von Langenscheidt vertrieben wird[1]. SAIL LABS (Speech, Artificial Intelligence and Language Labs) selbst verkaufte die auf METAL basierende Software unter dem Namen Comprendium an Unternehmen und berufliche Nutzergruppen. Auch das System Braintribe LINGUA der gleichnamigen Firma basiert auf der METAL- bzw. Comprendium-Technologie.

Nachweise

  1. Langenscheidt Katalog (letzter Zugriff: 12. Mai 2011)

Literatur

Fakten zu „METAL
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