Schweizerische Nationalbibliothek

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Die Schweizerische Nationalbibliothek (NB) besteht seit 1895 und befindet sich in Bern. Bis Ende 2006 hiess sie Schweizerische Landesbibliothek (SLB).

Geschichte

Bereits 1799 plante der helvetische Minister Philipp Albert Stapfer den Bau einer Schweizerischen Nationalbibliothek (Bilfinger 2001, S.45). Dieser Plan konnte damals aber nicht realisiert werden. 1892 richtete die „Centralkommission für schweizerische Landeskunde“ einen Antrag an den Bundesrat, zur Sammlung von Helvetica eine „eidgenössische Centralbibliothek“ zu bauen. Mit Bundesbeschluss vom 28.06.1894 nahm der Bundesrat den Vorschlag an und entschied gleichzeitig, dass die neue Bibliothek Helvetica ab 1848 und die Bürgerbibliothek Luzern Helvetica aus der Zeit vor 1848 sammeln sollte. Im Dezember 1894 bewilligten die eidgenössischen Räte den Kredit für einen Archivbau im Berner Kirchenfeldquatier, der zugleich das spätere Bundesarchiv und die Schweizerische Landesbibliothek (SLB) beherbergen sollte. Um die Bauzeit zu überbrücken, zog die SLB im Mai 1895 zunächst in eine Fünfzimmerwohnung ohne Licht und Strom in der Christoffelgasse 7 in Bern ein. Erster Direktor wurde Johannes Bernoulli (1863-1920), der zusammen mit zwei Assistenten die geplante Sammlung aufbauen sollte. 1899 zog die SLB in den Nordflügel des inzwischen fertiggestellten Bundesarchiv in der Archivstrasse 24 um.

Ab diesem Zeitpunkt war sie für die Öffentlichkeit zugänglich. Bereits um 1919 zeichnete sich jedoch ab, dass das neu gebaute Bundesarchiv zu klein war, um beide Institutionen zu beherbergen, so dass die Bibliotheksdirektion einen Neubau beantragte (Bilfinger 2001, S.4-7). Im April 1927 wurde schliesslich ein Architekturwettbewerb „für einen Neubau der Schweizerischen Landesbibliothek und zur Unterbringung des eidgenössischen Amtes für geistiges Eigentum und des eidgenössischen Statistischen Bureaus in Bern“ ausgeschrieben. Die drei Erstplatzierten dieses Wettbewerbs Alfred und Eduard Oeschger, Josef Kaufmann und Emil Hostettler wurden schliesslich mit dem Neubau beauftragt. Im Sommer 1931 konnte die SLB die neuen Räumlichkeiten in der Hallwylstrasse 15 beziehen (Bilfinger 2001, S.9-14). Das Gebäude gilt heute als bedeutendes Monument des „Neuen Bauens“ und steht deswegen inzwischen unter Denkmalschutz

„Als `Neues Bauen` wird die avantgardistische Architektur der zwanziger und dreissiger Jahre des 20. Jahrhunderts im deutschen Sprachraum bezeichnet. Zeitlich fiel das `Neue Bauen` mit der historischen Epoche der Weimarer Republik (1918-1933) zusammen [...]“ (Bilfinger 2001, S.16).

Der Baustil ist durch den Verzicht auf repräsentative Elemente sowie Klarheit, Sachlichkeit, Funktionalität und Lichtfülle gekennzeichnet. Zudem werden natürliche Materialien durch industriell gefertigte Baustoffe wie Stahl, Glas und Beton ersetzt. Das Bibliotheksgebäude in seiner ursprünglichen Form bestand aus einem Mitteltrakt mit den Publikumsräumen und dem zentral gelegenen Haupteingang, zwei Seitenflügeln mit dem Bürotrakt und einem von hinten an den Mitteltrakt angrenzenden achtstöckigen Bücherturm (Bilfinger 2001, S.16-17).

Im Inneren des Gebäudes dominierten Materialien wie Linoleum, Gummi und Metall. Für die Farbgebung war der Künstler Leo Steck, für das Signalement die Graphikerin Frida Meier verantwortlich. Beide lassen eine Nähe zur Kunst des Bauhaus erkennen. Das Mobiliar stammte teilweise von Mies van der Rohe. Da es wiederholt gestohlen wurde, ist davon heute nur noch wenig erhalten (Bilfinger 2001, S.21-22 und S.32-33).

Bereits ab 1980 erwies sich der zur Verfügung stehende Raum erneut als zu klein für die rasch wachsenden Bestände der NB. Ab 1991 begann das Amt für Bundesbauten mit Abklärungen, wie gross und in welcher Weise umgebaut werden sollte. Unter Beizug der Denkmalpflege wurden eine Aufstockung des mittleren Gebäudeteils und neue Hochbauten im Aussenbereich ausgeschlossen. Stattdessen entschied man sich dafür, unter einem an den Ostflügel des Gebäudes angrenzenden, ehemaligen Parkplatz an der Helvetiastrasse ein Tiefenmagazin zu bauen. Zwischen 1995-1997 entstand das Tiefenmagazin Ost mit sieben unterirdischen Geschossen. Von 2005-2009 entstand im Westen an der Bernastrasse ein zweites Tiefenmagazin mit vier unterirdischen Stockwerken. Der vorhandene Platz in beiden Magazinen soll bis 2040 ausreichen. Um die Tiefenmagazine mit dem historischen Gebäude zu verbinden, wurden lediglich zwei parallele Glashäuser eingesetzt. Das Ziel dieser Architektur bestand darin, möglichst viel Licht in die Betriebszonen des Tiefenmagazins zu leiten. Ausser durch die gläserne Architektur wird dies im Tiefenmagazin Ost durch ein System von Spiegeln erreicht, die das Sonnenlicht in die Tiefe leiten.

Über den Tiefenmagazinen hat der Landschaftsarchitekt David Bosshard neue Gärten gestaltet. Ein Teil des Gartens vor dem Bistrot dient heute als erweiterter Sitzplatz. Der sogenannte Bücherturm wurde von Büchern und Regalen frei geräumt und erheblich umgebaut. Er gehört heute zum Freihand- und Publikumsbereich, der durch eine neu eingefügte Kaskadentreppe erschlossen wird. Im ehemaligen Bücherturm wurde auch das Schweizer Literaturarchiv (SLA) untergebracht. Bodenbeläge, Putz, Tapeten und Holzverkleidungen wurden unter restaurativen Gesichtspunkten erneuert. Das Farbkonzept des Künstlers Olivier Mosset und das Leitsystem der Grafiker Franziska Schott und Marco Schibig lehnen sich ebenfalls an die ursprünglichen Konzepte an. Auch die Möbel wurden im Stil des Produktdesigns der 1930er Jahre nachgebaut (Bundesamt für Bauten und Logistik 2009, S.37-41).

Auftrag

Der Hauptauftrag der NB besteht in der Sammlung und Erschliessung der Schweizer Literaturproduktion ab 1848, den sogenannten Helvetica. Gemäss Bundesgesetz vom 18. Dezember 1992 über die Schweizerische Nationalbibliothek (Nationalbibliotheksgesetz, NBibG) umfassen Helvetica „gedruckte oder auf anderen Informationsträgern gespeichert Informationen, die

  • in der Schweiz erscheinen;
  • sich auf die Schweiz oder auf Personen mit schweizerischem Bürgerrecht oder Wohnsitz beziehen oder
  • von schweizerischen oder mit der Schweiz verbundenen Autorinnen und Autoren geschaffen oder mitgestaltet wurden“ (NBibG 1992, Abs.II Art.3).

Daneben verzeichnet die NB auch öffentlich zugängliche Datensammlungen mit Bezug zur Schweiz und trägt zur Entwicklung des nationalen und internationalen Bibliothekswesens bei (NBibG 1992, Abs.II Art.2).

Organisatorisches

Seit 2005 ist die Altertumswissenschaftlerin Marie-Christine Doffey (*1958) Direktorin der Schweizerischen Nationalbibliothek. Von 2003-2005 war sie dort bereits als Vizedirektorin tätig (NB 2014a).

Neben den sogenannten Helvetica beherbergt die NB auch eine digitale Sammlung, sowie eine graphische Sammlung einschliesslich des Schweizer Archivs für Denkmalpflege, das Schweizer Literaturarchiv (SLA) und das Centre Dürrenmatt Neuchâtel (CDN). Das SLA gehört seit 1991 und das CDN seit 2000 zur Schweizerischen Nationalbibliothek (NB 2014b und CDN 2014).

Die Strategie der Jahre 2012-2019 hält fest:

„Die Zukunft ist digital, aber das Papier bleibt.

Per Ende 2019 soll die Schweizerische Nationalbibliothek wie bisher weltweit die erste Adresse für Quellen auf Papier zur Schweizer Kulturgeschichte sein und neu auch wesentliche Bestände digital zur Verfügung stellen“(NB 2013a).

Zahlen und Fakten

Sammlungen

Der Sammlungsschwerpunkt der NB bei den Helvetica liegt auf den Fächern Schweizer Geschichte, Schweizer Kunst, Schweizer Literatur und Schweizer Dokumentations- und Informationswissenschaft (NB 2014b).

Die Helveticasammlung der NB beherbergt gegenwärtig 63000 Laufmeter und 5,6 Mio Objekte. Die allgemeine Sammlung umfasst Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, Musiknoten, geographische Karten und weitere Druckerzeugnisse. Die digitale Sammlung befindet sich noch im Aufbau (NB 2014c). Seit 1992 sammelt die NB auch „neue Medien“ wie Multimedia, audiovisuelle Dokumente, CD-ROM und Mikroformen.

Den grössten Teil der Helvetica bildet die schweizerische Verlagsproduktion. Allein in diesem Bereich kommen jährlich etwa 15.000 Titel zur bestehenden Sammlung hinzu. Gesammelt wird die Buch-, Zeitschriften und Zeitungsproduktion aller Fachrichtungen, in allen vier Landessprachen. Daneben gehören auch Publikationen aus Eigenverlagen, von internationalen und Nichtregierungsinstitutionen mit Sitz in der Schweiz (z.B. UNO, WHO) sowie Kataloge von Museen und Galerien zur Sammlung.

Weiter zählt auch graue Literatur wie Vereinsschriften, Hochschulschriften und amtliche Publikationen zu den Helvetica. An Hochschulschriften werden nur Dissertationen und Habilitationsschriften, die an schweizerischen Hochschulen eingereicht wurden, sowie die akademischen Publikationen des 18. und 19. Jahrhunderts gesammelt (NB 2013b).

Da es in der Schweiz kein Pflichtexemplargesetz gibt, unterhält die NB Verträge mit den beiden grossen Verlegerverbänden der Schweiz ASDEL (Association suisse des diffuseurs, editeurs et libraires) und SBBV (Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband), die diese nach Erscheinen jeder neuen Publikation zur Abgabe eines Belegexemplars verpflichtet. Ausserdem gibt sie die jährliche Statistik der schweizerischen Verlagsproduktion heraus (NB 2013c).

Die digitale Sammlung der NB beinhaltet digital entstandene (born digital) Publikationen wie z.B. Websites oder E-Books und retrodigitalisierte Dokumente. An digital entstandenen Publikationen sammelt die NB gegenwärtig Online-Hochschulschriften Schweizer Universitäten, Online-Verlagspublikationen ausgewählter Schweizer Verlage, Online-Amtsschriften ausgewählter Bundesämter und von den Kantonsbibliotheken und anderen Spezialbibliotheken ausgewählte landeskundliche Websites (NB 2012a). Retrodigitalisiert werden besonders häufig nachgefragte und den Sammelschwerpunkten der NB entsprechende Dokumente, deren Urheberrecht abgelaufen ist, oder für die entsprechende Vereinbarungen mit den AutorInnen vorliegen. Aus urheberrechtlichen Gründen können Teile der digitalen Sammlung nur in der Bibliothek, andere auch via Internet angesehen werden (NB 2014c).

Die graphische Sammlung umfasst Druckgraphiken des 17.-20. Jahrhunderts, sowie Postkarten, Photographien und Plakate. Zur graphischen Sammlung gehört auch das Schweizer Archiv für Denkmalpflege (NB 2014c). Ansonsten pflegt die graphische Sammlung v.a. Editionen und Portfolios von KünstlerInnen und eine Sammlung von Büchern mit Originalgraphiken und handgefertigten Einbänden. Besonders erwähnenswert sind die Sammlung Gugelmann (Schweizer Kleinmeister) und das Archiv Daniel Spoerri (NB 2014d).

Das Schweizer Literaturarchiv entstand auf Initiative Friedrich Dürrenmatts und betreut etwa 250 Nachlässe, Archive und grössere Sammlungen von AutorInnen mit Bezug zur Schweiz (NB 2014b). Das SLA sammelt Literatur des 20. Jahrhunderts in allen vier Landessprachen. Daneben betreut es Ausstellungen und eigene Publikationen und beteiligt sich an Forschungsprojekten (NB 2013d).

Das Centre Dürrenmatt Neuchâtel (CDN) ist ein Museum, das sich in Dürrenmatts ehemaligem Privathaus in Neuchâtel befindet. Das ehemalige Wohnhaus Dürrenmatts wurde von dem Schweizer Architekten Mario Botta adaptiert und erweitert. Das CDN verfolgt den Zweck, das Bildwerk Friedrich Dürrenmatts zu sammeln, zu erhalten und bekannt zu machen (CDN 2014).

Kataloge/Datenbanken/Online-Findmittel

Der OPAC der Schweizerischen Nationalbibliothek heisst Helveticat. In ihm sind alle Monographien, Musikalien, Mikroformen, Multimedia, Karten und Atlanten ab 1998 nachgewiesen, hingegen nur ein Teil der Zeitschriften und Zeitungen. Helveticat ist auch Bestandteil von swissbib, dem Metakatalog der Schweizer Kantonsbibliotheken und der NB. Weitere wichtige Kataloge sind das Schweizer Zeitschriftenportal (SZP), der Kollektivkatalog Schweizer Plakatsammlung (CCSA), der Katalog der Schweizer Nationalphonotek, HelveticArchives und e-Helveticat. Das SZP ermöglicht eine Metasuche nach in der Schweiz erschienen Zeitschriften in mehreren Bibliothekskatalogen gleichzeitig. CCSA ist ebenfalls ein Metakatalog, in dem die Plakatbestände der NB und weiterer Schweizer Bibliotheken verzeichnet sind. Der Katalog der Schweizer Nationalphonotek verzeichnet Tonträger und HelveticArchives die Archivbestände der NB, darunter auch die Bestände der graphischen Sammlung und des Centre Dürrenmatt Neuchâtel. Weiter enthält HelveticArchives unter dem Namen ISplus ein Gesamtverzeichnis aller Schweizer Gedächtnisinstitutionen. E-Helveticat offeriert jenen Teil der digitalen Sammlung der NB, der frei im Internet zugänglich gemacht werden darf (NB 2013e). Eine wichtige Datenbank der NB ist die Bibliographie der Schweizer Geschichte (BSG), die ebenfalls online konsultiert werden kann (NB 2013f).

Swiss Info Desk

SwissInfoDesk ist sowohl ein in die Website der Nationalbibliothek integriertes Linkportal als auch ein virtueller Auskunftsdienst, der es jedem Nutzer erlaubt, mit Hilfe eines Online-Formulars eine Frage zur Schweiz zu stellen. Die Stärken des Dienstes liegen in den Bereichen Geschichte, Geographie, Politik, Kultur und berühmte Personen. Das Linkportal ist in die acht Themenbereiche Geographie, Geschichte, Wirtschaft, Politik, Kultur und Sprache, Erziehung/Ausbildung/Forschung, Medien und Sport sowie die allgemeineren Kategorien Portale, Fotos, Adresslisten und Kalender aufgeteilt. Jeder Link enthält einen Kommentar dazu, was dieser beinhaltet. Überwiegend wird auf Websites, vereinzelt auch auf andere Quellen verwiesen. Das Angebot des Portals steht auf Deutsch, Französisch und Englisch, die Einstiegsseite auch auf Italienisch zur Verfügung. Der virtuelle Auskunftsdienst kann in allen drei Landessprachen sowie auf Englisch und Spanisch konsultiert werden. Gegenwärtig kommen 60% der Anfragen aus der Schweiz, je 20% aus dem europäischen und aussereuropäischen Ausland. Die ersten 30 Minuten der Recherche sind kostenlos. 95% aller Recherchen entfallen heute auf solche kostenfreien Dienste (IFLA 2005, S.2-6).

Publikationen

Die wichtigsten Publikationen der NB sind die Schweizer Nationalbibliographie „das Schweizer Buch“ und die vom Schweizerischen Literaturarchiv herausgegebene Zeitschrift Quarto. „Das Schweizer Buch“ ist auch online zugänglich. Ausserdem gibt die NB einen Jahresbericht und vier bis sechsmal jährlich einen online abonnierbaren Newsletter heraus (NB 2014e).

Nationale und internationale Projekte

Die wichtigsten laufenden Projekte der NB sind e-Helvetica, ein seit 2001 bestehendes nationales Projekt zur Sammlung und Archivierung digitaler Publikationen, und The European Library, ein internationales Projekt, mit dem Ziel die Kataloge verschiedener europäischer Nationalbibliotheken unter einem gemeinsamen Dach im Internet zugänglich zu machen. Ein inzwischen abgeschlossenes Projekt ist e-lib ein nationales Innovations- und Kooperationsprojekt, das die Elektronische Bibliothek Schweiz realisieren will. e-Helvetica baut die digitale Sammlung der NB auf und wurde bereits vorgestellt. Das Projekt pflegt den Kontakt zu den potentiellen Lieferanten (z.B. Verlage, Kantonsbibliotheken etc.), baut ein geeignetes System für die Langzeitarchivierung auf und sammelt geeignete Dokumente ein, um sie in diesem System abzulegen (NB 2012b). e-lib.ch hatte das Ziel als Beitrag zum Wissensstandort Schweiz, einen nationalen Zugang zu wissenschaftlichen Quellen unterschiedlicher Art bereitzustellen (NB 2011a). The European Library ist eine Non-Profit Organisation, die das Serviceangebot der Partnerbibliotheken mit den Vorteilen einer virtuellen Bibliothek in 35 Sprachen verbindet. Die Website der Organisation erlaubt die zeitgleiche Suche in den Beständen von 48 an dem Projekt beteiligten europäischen Nationalbibliotheken. Die NB stellt The European Library ihren Katalog Helveticat, die Schweizer Plakatesammlung und eine Fotosammlung Friedrich Dürrenmatts zur Verfügung (NB 2011b).

Dienstleistungen/Infrastruktur

Die NB ist öffentlich zugänglich. Einen Benutzerausweis ausstellen lassen können sich Erwachsene ab 18 Jahren mit ständigem Wohnsitz in der Schweiz. AusländerInnen benötigen hierfür eine B oder C-Bewilligung. SchweizerInnen erhalten bereits ab dem 15. Lebensjahr einen Benutzerausweis, wenn sie eine Garantieerklärung einer volljährigen Person mit ständigem Wohnsitz in der Schweiz vorlegen können.

Die NB ist eine Mischung aus Präsenz- und Leihbibliothek. Dokumente, die weniger als 50 Jahre alt sind, können üblicherweise ausgeliehen werden. Nur im Lesesaal benutzt werden dürfen Dokumente, die älter als 50 Jahre oder anderweitig besonders schützenswert sind, sowie Zeitungen, Zeitschriften, audio-, audiovisuelle und elektronische Medien. Besonders wertvolle Originale werden ggf. auch im Lesesaal nur auf Mikrofilm zur Verfügung gestellt. Im Rahmen des interbibliothekarischen Leihverkehrs können gegen Gebühr auch Medien und Fotokopien aus anderen Bibliotheken im In- und Ausland bestellt werden, sofern sie nicht in der NB oder einer anderen Berner Bibliothek vorhanden sind (NB 2014f).

Die meisten Medien befinden sich in Magazinen. Eine Auswahl an Monographien, Zeitschriften, Zeitungen und Multimedia steht jedoch in Freihandmagazinen zur freien Verfügung. Im Lesesaal sind zudem Publikationen zum Schweizer Recht und Nachschlagewerke aus verschiedensten Wissensgebieten frei zugänglich. Zu den vier Sammelschwerpunkten (Schweizer Geschichte, Schweizer Literatur, Schweizer Kunst und Informationswissenschaft) wird ein vertieftes Angebot an frei zugänglichen Medien in sogenannten Schwerpunktbibliotheken zusammengeführt (NB 2014g).

Die NB verfügt über gut 100 Arbeitsplätze mit WLAN. Im Informationssaal stehen mit PCs ausgestattete Arbeitsplätze für die Recherche in Onlinekatalogen, Datenbanken und Internet zur Verfügung. Die Internetrecherche ist bis zu einer Stunde kostenlos (NB 2013g).

Für mindestens eine Woche bis maximal sechs Monate können Arbeitskabinen reserviert werden. Einzige Voraussetzung ist, dass diese an mindestens fünf Halbtagen pro Woche genutzt werden. Fünf Arbeitskabinen stehen täglich nach dem „first come, first served“ Prinzip zur Verfügung. Gruppenarbeitsräume können für einige Stunden bis zu einem Tag reserviert werden. Beide Angebote sind kostenfrei (NB 2013h).

Die weitere Infrastruktur umfasst eine Garderobe mit Pausenzone, ein Bistrot sowie Kopierer, Drucker, Buch- und Mikrofilmscanner, Video-, CD-, DVD- und Audiolesegeräte (NB 2014h).

Quellen

  • Bilfinger, Monica (2001): Die Schweizerische Landesbibliothek in Bern. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte: Bern.
  • Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) (Hrsg.) (2009): Schweizerische Nationalbibliothek-Umbau und Erweiterung 1991-2009. Vögeli Druckzentrum: Langnau.

Weiterführende Literatur

  • Schweizerische Landesbibliothek (1995): Miscellanea, 1895-1995: das Buch zum Jubiläum. Bern: Schweizerische Landesbibliothek

Weblinks

Centre Dürrenmatt Neuchâtel (CDN)

Das Schweizer Buch

Eidgenössisches Archiv für Denkmalfplege (EAD)

graphische Sammlung

Schweizer Literaturarchiv (SLA)

Schweizer Nationalphonothek

Schweizerische Nationalbibliothek

The European Library

Verwandte Begriffe

BroaderBibliothek + und Institutionen +
DefinitionDie Schweizerische Nationalbibliothek (NB) besteht seit 1895 und befindet sich in Bern. Bis Ende 2006 hiess sie Schweizerische Landesbibliothek (SLB). +
EnglishSwiss National Library +
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