Computerethik

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Der Bereich der Computerethik beschäftigt sich mit ethischen Leitlinien in Bezug auf die Nutzung von Computern. Themen, die in diesem Forschungsfeld untersucht werden, beziehen sich häufig auf Computer-Kriminalität, den Schutz der Privatsphäre oder die Verletzung der Eigentumsrechte. Darüber hinaus stehen Probleme mit fehlerhafter Hard- und Software, die sozialen Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) sowie die computerbasierte Arbeitswelt im Fokus der Computerethik.

Definiton

Die Computerethik gehört zum Teil der angewandten Ethik, welche die sozialen und ethischen Aspekte in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) studiert und analysiert. Der Begriff Computerethik ist relativ neu und entstand im Zusammenhang mit ethischen Fragen, die spezifisch den Umgang mit Computer und Computernetzwerken betrifft. Mittlerweile hat sich der Begriff auch in der Berufswelt der Informatiker etabliert und gilt für die Nutzer auch als Verhaltenskodex und als Standard guter Praxis (Bynum, 2011)

Grundlagen und Aufgabe

Grundlage

Die Computerethik kann man derweil auch als Berufsethik der Informatiker bezeichnen. Die Etablierung der Computer in der modernen Gesellschaft machte es notwendig, dass ein solcher Bereich in der angewandten Ethik entstand, denn durch technische Fortschritte entstanden auch immer mehr Kriminalitätsfelder.

Anzusiedeln ist die Computerethik im Bereich der Informationsethik. Parallel zu der Computerethik stehen auch die Medienethik und die Internetethik, sowie die Cyberethik, welche jeweils eigene Disziplinen in der Informationsethik darstellen. Sie sind klar voneinander und von anderen Feldern der Informationsethik zu unterscheiden. Die Computerethik befasst sich mit der Anwendung, Erstellung und Ausarbeitung von Verhaltensregeln für Informatikfachleute, wie Programmierer und IT-Spezialisten (Bynum, 2011).

Aufgaben

Warum braucht es eine Computerethik? Dies ist eine relevante Frage für die Informationsgesellschaft und wird immer wieder an Tagungen diskutiert. Das Anwenden der Computerethik ist teilweise auch ein Versuch, der Cyberkriminalität vorzubeugen und einen vorantwortungsbewussten Umgang mit dem Computer zu entwickeln (Capurro, 2012).

Die Anwendung eines Computers hat heutzutage mehr Einfluss auf das menschliche Denken als noch vor zwei Jahrzehnten. Vor allem für professionelle Nutzer haben sich die technischen Möglichkeiten erweitert. Diese Möglichkeiten verleiten aber einige Nutzer dazu, diese zu missbrauchen. Daher musste ein neuer, ethischer, systematischer Bereich entwickelt werden, der sich um die Prinzipien, Regeln und Praktiken im Bereich der Computertechnologie kümmert. Dieser Ethikbereich soll sich um den Schutz der Grundwerte der Menschen kümmern, und zwar indem das soziale und familiäre Leben, menschliche Beziehungen, Erziehung, Karriere, sowie die Freiheit vor Computermissbrauch geschützt werden. Dazu gehört beispielsweise auch, dass die Privatsphäre der Menschen nicht missbraucht werden soll. Es ist also für die Computerethik unerlässlich, dass sie sich mit wissenschaftlichen Disziplinen und grundethischen Fragen beschäftigt, diese analysiert und klärt (Bynum, 2011).

Anwendung, Problemfelder und Beispiele

Die Computerethik beschäftigt sich mit allen ethischen Fragen im Bereich der Computertechnologie. Um die Materie und Ansiedelung der Computerethik besser zu veranschaulichen, ist die Aufführung von Problemfeldern sinnvoll.

Computer am Arbeitsplatz

An Arbeitsplätzen taucht vermehrt das Problem auf, dass Menschen durch Maschinen ersetzt werden, oder die menschlichen Aktivitäten durch künstliche Intelligenz (KI) stark reduziert werden. Auch wenn durch die Weiterentwicklung der Computertechnologie neue Arbeitsfelder, wie Hardware- und Softwareingenieure, Systemanalytiker, Informationstechnologiespezialisten und Webmasters entstehen, bangen andere an ihren Arbeitsplätzen durch die künstliche Intelligenz der Maschinen ersetzt zu werden. Genau um solche Befürchtungen, also soziale Ängste und ethische Fragen, kümmert sich die Computerethik an den Arbeitsplätzen (Bynum, 2011).

Computerkriminalität

Die Computerethik hat hier die kriminellen Aspekte der Computertechnologie im Auge. Vor allem im Zeitalter von Computerviren, illegaler Spionage, oder Hacker, ist die Sicherheit der Computernutzung ein prägnantes Thema der Computerethik. Dabei geht es also nicht um die Hardware der Computer, sondern um die Software (Bynum, 2011).

Die Computernutzung kann auf vielerlei Arten missbraucht werden. Zu dieser Art von Kriminalität gehören beispielsweise das Stehlen von Daten, Viren auf fremde Computer zu verbreiten, oder Daten Dritter zu manipulieren.

Weitere Themenbereiche

  • Privatsphäre und Anonymität
  • Geistiges Eigentum
  • Professionelle und fachliche Verantwortung
  • Globalisierung (Globale Gesetze, Globales Cyberbusiness, Globale Bildung, Information Rich & Information Poor)

Die zehn Gebote der Computerethik

Die zehn Gebote der Computerethik sind ursprünglich im allgemeinen Umgang mit Computern entstanden. Für die generelle Internetnutzung wurde auch der Begriff Netiquette immer etablierter. Die Netiquette gibt Empfehlungen wie man sich im Internet verhalten soll. Die folgenden zehn Gebote sind aber nicht nur auf die Internet-, sondern auch auf die Computernutzung anwendbar (Netplanet, 2014).

Die Gebote lauten:

  1. Du sollst nicht deinen Computer benutzen, um anderen Schaden zuzufügen.
  2. Du sollst nicht anderer Leute Arbeit am Computer behindern.
  3. Du sollst nicht in anderer Leute Dateien stöbern.
  4. Du sollst nicht den Computer zum Stehlen benutzen.
  5. Du sollst nicht den Computer benutzen, um falsches Zeugnis abzulegen.
  6. Du sollst nicht Software benutzen oder kopieren, für die du nicht die Nutzungs-
     oder Kopierrechte erworben hast.
  7. Du sollst nicht anderer Leute Ressourcen ohne deren Erlaubnis verwenden.
  8. Du sollst nicht anderer Leute geistig Werk als deines ausgeben.
  9. Du sollst über die sozialen Konsequenzen deiner Programme nachdenken.
 10. Du sollst den Computer so benutzen, dass du Verantwortung und Respekt zeigst. 

Quellen

Weiterführende Literatur

  • Keim, Frank (2000): Was ist Computerethik? - Studie zu einem möglichen Forschungsfeld. Verfügbar unter: [1] [30.12.2014].

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